Magret Pinter

Magret Pinter besitzt die Lehrämter für Volksschulen und Sonderschulen für gehörlose und schwerhörende Kinder. Seit 1982 unterrichtete sie mit großem Engagement hörgeschädigte Kinder in allen Fächern. Durch enge Zusammenarbeit mit Gehörlosenorganisationen erlernte Magret Pinter die Österreichische Gebärdensprache. An der Karl-Franzens-Universität in Graz absolvierte sie den Lehrgang zur Gebärdensprachdolmetscherin. Mit der Zielsetzung, gehörlosen Kindern den schwierigen und mühevollen Weg beim Erlernen der deutschen Sprache zu erleichtern, konzentriert sich Magret Pinter auf die bilinguale Didaktik im Deutschunterricht.

Nach Auslandsaufenthalten und Studium europäischer und amerikanischer Modelle der Gehörlosenbildung entwickelte sie 1989 die Konzeption des ersten zweisprachigen Schulversuches im deutschsprachigen Raum (Deutsch/Gebärdensprache). Nach erfolgreicher Umsetzung des Konzeptes an der Klagenfurter Gehörlosenschule (1990-1994) begann sie – aufgrund fehlender geeigneter Unterrichtsmittel – mit der Entwicklung von Lehr- und Lernmaterialien für den Deutschunterricht bei hörgeschädigten Kindern.
In einem zweijährigen Projekt an der Universität Klagenfurt legte sie den Grundstein für das Lehrbuch "Deutsch-Lernprogramm 1&2 - Grundbausteine der deutschen Grammatik", das sie in zehnjähriger Arbeit stetig im Unterricht erprobt und weiterentwickelt hat. Es erscheint seit 2004 im Bildungsverlag Lemberger.

Als Referentin war Magret Pinter in der Gehörlosenlehrerausbildung, an den Pädagogischen Akademien in Klagenfurt und Linz, den Pädagogischen Instituten in Klagenfurt, Graz, Linz und Salzburg sowie unter anderem auch am XI. und XII. Weltkongress des Weltverbandes der Gehörlosen in Tokio und Wien tätig. Im Rahmen eines Leonardo-Projektes an der Universität Klagenfurt (2002-2003) unterrichtete sie Deutsch als Schriftsprache bei gehörlosen Jugendlichen und Erwachsenen. Auch hier konnte sie das „Deutsch-Lernprogramm“ erfolgreich einsetzen.

Publikationen:
■ "Bilinguale Förderung gehörloser Kinder in der Gehörlosenschule“ In: VÖPH aktuell (Fachzeitschrift des Vereines der Österreichischen Pädagogen für Hörgeschädigte, Ausgabe 9/1990, S. 7-14, Wien 1990
■ "Klagenfurter Unterrichtsprojekt: Bilinguale Förderung hörgeschädigter Kinder in der Gehörlosenschule - Bericht über das 1. Schulversuchsjahr“ In: Das Zeichen Nr. 20/1992, S.145-150, Signum-Verlag Hamburg 1992
■ "Bilingualer Unterricht für gehörlose Schüler“ In: Heilpädagogik (Fachzeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Heilpädagogik), Österreichischer Bundesverlag, 1/1993, S. 25-26, Wien 1993
■ "Aspekte bilingualer Erziehung in integrativer Form“ In: Hörgeschädigte Kinder, Nr. 2/1999, S. 62-65, Hamburg 1999
■ Kurs "Schriftliches Deutsch". Schlussbericht. Regelsammlung, Übungsblätter. FZGH Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, 2003. siehe: "Internet as a potential source of new employment possibilities for the Deaf." Forschungszentrum für Gebärdensprache und Hörgeschädigtenkommunikation, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt 2003
Deutsch Lernprogramm. Grundbausteine der deutschen Grammatik 1 & 2. Bildungsverlag Lemberger vorm. GS-Multimedia [SchülerInnen- und LehrerInnenbände, approbiert für verschiedene Schultypen], Wien, seit 2004
■ "Deutschdidaktik bei Hörbehinderten: Einsatz von Farbsymbolen und Graphikelementen". In: Curriculum für einen Universitätslehrgang "GebärdensprachlehrerIn" mit Online-Modulen für schriftliches Deutsch. Zentrum für Gebärdensprache und Hörbehindertenkommunikation, Band 10. , S. 11-12, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt 2006
■ Materialien für den Deutschunterricht: www.deutsch-lernmaterial.at 2018

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